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Der Kapitän geht vom Bord - Schulleiter in den Ruhestand verabschiedet

Meldung vom: 30.06.2020

Nach mehr als 20 Jahren als Schulleiter der Don-Bosco-Schule wurde Wolfgang Freyth am Freitag in den Ruhestand verabschiedet.Nach mehr als 20 Jahren als Schulleiter der Don-Bosco-Schule wurde Wolfgang Freyth am Freitag in den Ruhestand verabschiedet.

Geldern. Als der Korso vom Parkplatz der Don-Bosco-Schule rollte, wurde es kurz mal laut. Wolfgang Freyth, scheidender Schulleiter der Don-Bosco-Schule und leidenschaftlicher Motorradfahrer, genoss es sichtlich. Denn damit die Abschiedsfahrt von „seiner" Don-Bosco-Schule nach Hause in besonderer Erinnerung bleibt, hatte sich das Kollegium für den gebürtigen Dortmunder eine besondere Rückfahrt nach Hause überlegt: Als Beifahrer von Bikern wurde Wolfgang Freyth nach Krefeld chauffiert und dabei von einem Autokorso der Kollegen begleitet.

„Als nach den Osterfeien der 26. Juni immer näherkam, bekam ich doch immer mehr ein mulmiges Gefühl", sagte Wolfgang Freyth bei der Verabschiedung zu den Kollegen. „Doch Sie haben mir in den vergangenen beiden Wochen so viele Anannehmlichkeiten bereitet, dass ich jetzt gutes Gewissens gehen kann", sagte Freyth an sein Kollegium gerichtet, nachdem er zuvor unter anderem mit musikalischer Begleitung von seinen Kollegen verabschiedet wurde. „Der Kapitän geht von Bord", hieß es der Rede eines Ex-Kollegen. Die Kollegen hoben hervor, dass Wolfgang Freyth in seiner Zeit als Schulleiter die Schüler nie aus dem Blick verloren hat. Regelmäßig kam er in die einzelnen Klassen, suchte die Gespräche mit den Schülern und hatte ein offenes Ohr für ihre Anliegen.

Nach mehr als 20 Jahren als Schulleiter der Don-Bosco-Schule wurde Wolfgang Freyth am Freitag in den Ruhestand verabschiedet.Wolfgang Freyth hat die Don-Bosco-Schule geprägt. Mehr als ein 1/5-Jahrhundert hat Wolfgang Freyth die Don-Bosco-Schule in Geldern als Schulleiter begleitet. Genau genommen: seit 1997. Die Kollegen an der Don-Bosco-Schule lobten seinen Stil als Schulleiter. „Mit Übersicht und Bedacht hat er die Schule souverän geführt", waren am Freitag die Worte aus dem Kollegenkreis. Der 64-Jährige kam vor 23 Jahren als Konrektor der Hilda-Heinemann-Schule in Moers nach Geldern, war zuvor Lehramtsanwärter an der Bönninghardt-Schule in Alpen. An die Don-Bosco-Schule kam der Vater drei erwachsener Kinder, der mit seiner Frau in Krefeld wohnt, als fünfter Schulleiter.

In Erinnerung bleiben auch sein Engagement für das länderübergreifende Comenius-Projekt, bei dem Kollegen die Möglichkeit erhielten, das Förderschulsystem in Tschechien, Estland oder Nordirland kennenzulernen und sich auf Kollegiumsebene auszutauschen. Auch die Zusammenarbeit und Kooperation mit anderen Schulen, wie zuletzt mit dem Friedrich-Spee-Gymnasium, waren Wolfgang Freyth ein großes Anliegen. Ebenso förderte der begeisterte Schalke-Fan, der sportlich vielseitig unterwegs ist und unter anderem Sport studierte, mit viel Engagement die sportlichen Aktivitäten und Angebote der Don-Bosco-Schule.

Zur Freude seiner Kollegen und Kolleginnen an der Don-Bosco-Schule war Wolfgang Freyth aber ein Schulleiter, der auch bei allen „wilden" Schulfeiern mit dabei war: auf Betriebsfesten wie Ausflügen per Paddelboot, Fahrrad oder Draisine. Ob zu Fuß oder mit dem Bus zu oftmals spezielleren Locations oder bei Mottopartys wie „Back to the 80th": Freyth war stets mit Begeisterung dabei.

Wenn er nicht gerade in der Schule anzutreffen war, war Freyth im Zweifel wohl mit dem Motorrrad unterwegs. Motorräder (nur BMW) - die sind seine Leidenschaft. Einmal ist er sogar extra für den Kauf eines neuen Motorrads nach Nordamerika geflogen und ist den kompletten amerikanischen Kontinent heruntergefahren. Noch heute macht er gerne Urlaub mit Motorrad und Zelt, wo er künftig deutlich mehr Zeit für haben wird. Worauf er sich jetzt am meisten freut? „Auf eine Zeit ohne Verpflichtungen", sagt er. Und auf die Zeit als Opa. „Unser erstes Enkelkind kommt bald, darauf freuen meine Frau und ich uns schon sehr." Na klar, auch eine erste Motorradtour hat er bereits geplant - zur Mosel und zum Pfälzerwald.

Ansonsten wird er bald oft auch weiter südlich anzutreffen sein. War früher Skandinavien ein begehrtes Urlaubsziel für Wolfgang Freyth, wird er demnächst in Südfrankreich unterwegs sein, wo er seine Zeit als Pensionär genießen möchte. Natürlich auch auf dem Motorrad.