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Gelderner Stadtarchiv: Bestand zur Geschichtsforschung nutzen - Reinigung der „Amtsbücher“ abgeschlossen

Meldung vom: 24.05.2019

GELDERN   Nach einer erfolgreich durchgeführten Reinigung der Amtsbücher der Stadt, des Amts sowie der katholischen und evangelischen Gemeinden Gelderns aus dem 14. bis späten 18. Jahrhundert, kann der gesamte Bestand bereits zur Nutzung im Stadtarchiv vorgelegt werden. Wie die Stadt Geldern mitteilt, wurden hierfür rund 10.000 Euro aus dem städtischen Haushalt eingesetzt. Mit weiteren 15.000 Euro förderte die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) die Aktion.

Dr. Yvonne Bergerfurth, Stadtarchivarin in Geldern: „Zahlreiche Amtsbücher des Bestands waren verschmutzt, zum Teil sogar stark. Die Kirchenbücher sind darüber hinaus durch zu hohen Gebrauch in den letzten Jahrhunderten sehr beschädigt. Die Reinigung war auch deshalb erforderlich, da die notwendige Schutzdigitalisierung und gegebenenfalls eine spätere Restaurierung nur nach einer Reinigung erfolgen kann.“ Der Schmutz der Jahrhunderte lasse Digitalisierungen verwischen und unscharf werden.

Auch die Verpackung der Bücher war zum Teil beschädigt und daher ungeeignet, das Archivgut zu schützen. Dr. Yvonne Bergerfurth: „Dazu muss man wissen, dass Schmutz ein Nährboden für Keime und Pilzsporen ist. Die Stücke waren daher in Gefahr noch weiter beschädigt zu werden."

Als Highlights für Geschichtsforscher anzusehen sei beispielswese das Katasterbuch der Stadt Geldern von 1735. Es sei nicht nur inhaltlich sehr interessant, sondern mit seinen farbigen Aquarellzeichnungen auch schön anzusehen. "Unsere heimlichen Stars sind die Rechnungsbücher", erzählt Dr. Yvonne Bergerfurth. Sie reichen in Geldern nahezu lückenlos von 1386 bis 1796 und darin liege ihr besonderer Wert. Mit ihrer Hilfe ließe sich Stadtgeschichte über vier Jahrhunderte hinweg erforschen. Geschichtsforschern, die Interesse an den Höfen im Amt Geldern – etwa also aus dem Gebiet des Altkreises Geldern – haben, empfiehlt die Stadtarchivarin die Boenderbücher und Leibgewinnsbücher. Die Einträge zu Übertragungen der Höfe und Abgaben sind in sehr leserlicher Handschrift in regionaler niederländischer Sprache geschrieben und auch für Personen gut lesbar, die keine Erfahrungen mit Schriften und Quellen des 17. und 18. Jahrhunderts haben. Auskunft erteilt Dr. Yvonne Bergerfurth unter Telefon 02831  398400 (stadtarchiv@geldern.de).