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Geplantes Baugebiet „Im Lüßfeld“: Überarbeitetes Konzept im Bauausschuss vorgestellt – umfassende Bürgerbeteiligung gestartet

Meldung vom: 30.10.2020

Geldern. Im Bau- und Planungsausschuss haben die Volksbank und das Planungsbüro Lange ihr überarbeitetes Konzept für das geplante Baugebiet „Im Lüßfeld“ in Veert vorgestellt. „Im Hinblick auf die Ausgestaltung der Grunewaldstraße haben wir die angedachte städtebauliche Konzeption mit der Stadtverwaltung und den Planungsbüros intensiv untersucht“, sagt Michael Henn, Geschäftsführer der VOBA Wohnbau. „Insgesamt haben wir nun aus insgesamt 16 Entwürfen ein überarbeitetes Bebauungskonzept entwickelt. Alle Planungsoptionen, die Bestandserhaltung der Linden an der Grunewaldstraße aber auch die Ideen für die Neubepflanzungen haben wir ein weiteres Mal auf die künftige Entwicklung und deren Auswirkungen überprüft.“

Gelderns Bürgermeister Sven Kaiser: „In dem jetzigen Bebauungs-Entwurf haben wir versucht, die verschiedenen Interessen der Beteiligten entsprechend zu berücksichtigen, wie zum Beispiel für den Standort des neuen Feuerwehrgerätehauses oder auch den Erhalt der Linden. Durch die Anmerkungen, die über die Bürgerbeteiligung jetzt kommen werden, hoffe ich, dass wir am Ende einen Entwurf präsentieren können, in dem die Interessen der Beteiligten noch weiter konkretisiert werden können.“ Das überarbeitete Konzept und das weitere Vorgehen im Detail:

Dreistufige Bürgerbeteiligung

 „Wir stehen noch am Anfang der Planungen“, sagt Gelderns Erster Beigeordneter Tim van Hees-Clanzett. „Es ist also noch nichts in Stein gemeißelt. Und gerade deshalb möchten wir den Bürgern auch eine umfassende Möglichkeit geben, uns ihre Anmerkungen, Kritik oder Fragen zum Planungsentwurf mitzuteilen.“

Bis zum 9. November findet derzeit eine zusätzliche („vorgezogene“) Bürgerbeteiligung für den Bebauungsplan „Im Lüßfeld“ statt, die der Bau- und Planungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat. Mit dem Bebauungsplan soll die städtebauliche Entwicklung für neue Wohnbauflächen sowie ein Standort für ein neues Feuerwehrgerätehaus in Veert gesteuert werden.
 „Die bis zum 9. November stattfindende zusätzliche Bürgerbeteiligung ist keine, die nach dem Planungsrecht durchgeführt werden müsste“, sagt Gelderns Erster Beigeordneter Tim van Hees-Clanzett.  „Wir möchten damit aber eine weitere, über das Planungsrecht hinausgehende Beteiligungsform anbieten, um möglichst viele Anregungen aller Beteiligten im weiteren Planungsprozess mit einfließen lassen zu können.“

Viele Informationen zum überarbeiteten Planungskonzept sind bereits auf der Internetseite der Stadt Geldern zu finden (www.geldern.de/luessfeld). Anregungen können ebenfalls schon jetzt per E-Mail an die Verwaltung weitergegeben werden (planungsabteilung@geldern.de).

Am 30.10. Online-Bürgerinformation ab 18 Uhr

Darüber hinaus wird die Stadtverwaltung nach Anregung des Bauplanungsausschusses in den kommenden Wochen noch eine Online-Bürgerinformationsveranstaltung durchführen. Bei dieser Veranstaltung wird der jetzige Planungsentwurf noch einmal detailliert vorgestellt.

Auf der Internetseite der Stadt Geldern können sich Interessierte am Freitag, 30. Oktober, ab 18 Uhr auf ️ www.geldern.de/webinar in die Präsentation klicken. Tim van Hees-Clanzett: „Dort gibt man kurz seinen Namen ein und klickt auf ‚teilnehmen‘. Nach der Präsentation können über einen Chat auch Fragen und Anregungen zur Planung übermittelt werden. Diesen zusätzlichen Austausch stellen wir für etwa zwei Stunden zur Verfügung.“

Eine ursprünglich geplante Präsenzveranstaltung in Veert, bei der das Bebauungskonzept vorgestellt werden sollte, kann aufgrund der derzeitigen Pandemie-Entwicklung leider nicht stattfinden.

Erst nach Abschluss der zusätzlichen („vorgezogenen“) Bürgerbeteiligung am 9. November findet im nächsten Verfahrensschritt die formelle und nach dem Planungsrecht vorgesehene Beteiligung der Öffentlichkeit (§ 3 BauGB) sowie die gleichzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange (§ 4 BauGB) statt.

Ausgehangen ist das Bebauungskonzept auch in der Volksbank-Filiale in Veert, ebenso wird ein großes Banner aufgestellt auf Höhe Tinnagel. In der Veerter Volksbank-Filiale liegen auch Notizzettel und eine Box aus, sodass Bürger ihre Anmerkungen auch bei der Volksbank abgeben können.

Erschließung des Baugebiets

Die Haupterschließungsstraße soll als Tempo-30-Straße von der Grunewaldstraße nach Osten - auf Höhe „Tinnagel“ in das neue Baugebiet führen, mit einem zwei Meter breiten Gehweg sowie öffentlichem Parkstreifen und einer kleinen Baumallee. Das Baugebiet selbst ist als Ringsystem gestaltet – mit einem südlichen und einem nördlichen Ring, die beide als Spielstraße gekennzeichnet werden sollen. Im Bereich des südlichen Rings (Bereich zwischen Dreihöfeweg/Nobispfad/Am Booshoof) soll die Spielstraße den Dreihöfeweg kreuzen. Eine mögliche Zufahrt über den Bereich „Am Lüßhof/Am Booshof wird noch im weiteren Planungsverfahren geprüft. Die Zufahrt in den nördlichen Ring (Bereich zwischen Grunewaldstraße/Hülspaßweg/Dreihöfeweg) erfolgt für den KfZ-Verkehr über die geplante Haupterschließungsstraße.

Radfahrer und Fußgänger sollen das Baugebiet zusätzlich über Wege am Hülspaßweg, am Nobispfad und möglichweise am Lüßhof erreichen (können).  

Bebauung

Innerhalb des Ringsystems sieht das Konzept den Bau von 80 freistehende Einzelhäusern mit maximal zwei Vollgeschossen und zwei privaten Stellplätzen vor (wobei als zweiter Stellplatz der Stauraum der Garage anerkannt werden kann). Die Grundstücksgrößen liegen zwischen 450 und maximal 972 Quadratmetern.

Zudem sind insgesamt sechs freistehende Mehrfamilienhäuser geplant -  davon fünf davon im Bereich der Haupterschließungsstraße zur Markierung der Eingangssituation in das neue Wohngebiet. Ein weiteres Mehrfamilienhaus mit maximal drei Vollgeschossen ist an der Grunewaldstraße/Ecke Dreihhöfeweg geplant. Pro Mehrfamilienhaus sind acht Wohnungen geplant – mit jeweils einem privaten Stellplatz pro Wohnung.

Im gesamten Baugebiet sind zudem insgesamt 104 öffentliche Parkplätze eingeplant.

Zwischen der Haupterschließungsstraße und dem Dreihöfeweg sind außerdem sechs Doppelhäuser - maximal zwei Vollgeschossen mit Dachausbau – vorgesehen. Die geplanten Grundstücksgrößen liegen zwischen 274 und 443 Quadratmetern.

Das Baugbiet „Im Lüßfeld“ soll auch der Standort für das neue Gerätehaus der Veerter Feuerwehr werden – südlich der Ecke Grunewaldstraße/Dreihöfeweg. Das geplante Feuerwehrgebäude ist auf einem 2500 Quadratmeter großen Grundstück geplant - mit Alarmhof und privaten Stellplätzen - und soll über die Grunewaldstraße erschlossen werden.

Südlich des Sportplatzes ist aus Lärmschutzgründen eine etwa drei Meter große Lärmschutzwand vorgesehen.

Energieversorgung Für die Energieversorgung des Baugebiets ist ein Blockheizkraftwerk (BKHW) im Bereich des Feuerwehgebäudes oder in einem der Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Gespräche für eine genauere Planung haben mit den Stadtwerken Geldern bereits stattgefunden.

Begrünung/Bäume Das neue Konzept sieht vor, dass fast die komplette Lindenbaumreihe an der Gunewaldstraße erhalten werden kann. Lediglich drei Linden müssen aufgrund der Zufahrt ins das neue Baugebiet über die Haupterschließungsstraße weichen. Auch die Linde im Kurvenbereich Veerter Dorfstraße/Grunewaldstraße/Hülspaßweg bliebe erhalten.

Im Baugebiet sind unter anderem 63 neue, kleinkronige und zwölf mittelkronige Straßenbäume geplant, die durch Schnitthecken ergänzt werden sollen. Am Hülspaßweg soll ein Pflanzstreifen mit neun kleinkronigen Bäumen (hitzetolerantere Arten entstehen. Zudem soll nordöstlichen Bereich, angrenzend an den Sportplatz eine mehr als 5000 Quadratmeter große Streuobstwiese mit lokaltypischen Obstsorten entwickelt werden. Das Gewässer entlang des Dreihöfewegs („Neue Vrey´sche Ley“) soll zudem naturnäher umgebaut und der Sandfang erhalten sowie durch die vorhandene Eingrünung ergänzt werden.