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Neue Geschichtsstele auf der Bahnhofstraße - Geldern in der Industrialisierung

Meldung vom: 06.04.2021

Präsentierten die neue Geschichtsstele auf der Bahnhofstraße: Der Vorsitzende des Gelderner Kulturausschusses, Gelderns Ortsbürgermeister Walter H. Schröder, Stadtarchivarin Dr. Yvonne Bergerfurth, die Autorin des Geschichtstextes über die Industrialisierung in Geldern Gabriele van Krimpen und der stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses Dr. Ralf G. Jahn (von links).Präsentierten die neue Geschichtsstele auf der Bahnhofstraße: Der Vorsitzende des Gelderner Kulturausschusses, Gelderns Ortsbürgermeister Walter H. Schröder, Stadtarchivarin Dr. Yvonne Bergerfurth, die Autorin des Geschichtstextes über die Industrialisierung in Geldern Gabriele van Krimpen und der stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses Dr. Ralf G. Jahn (von links).

Mit Geschichtsstelen macht die Stadt Geldern an historisch bedeutsamen Orten auf die Stadtgeschichte aufmerksam. Eine weitere von insgesamt zwölf Stelen wurde nun an der Bahnhofstraße errichtet, gleich nachdem deren letzter Bauabschnitt vollendet wurde.

In einem von der Kempenerin Gabriele van Krimpen verfassten Text wird an die Industrialisierung Gelderns erinnert. „Frau van Krimpen ist ein echter Glücksfall für uns. Die studierte Historikerin widmet sich unter anderem der Familienforschung. Da einige ihrer Vorfahren arme Weber in Geldern waren, wurde sie neugierig und untersuchte die Quellen des Stadtarchivs zur Textilproduktion in Geldern", erklärte Stadtarchivarin Dr. Yvonne Bergerfurth. Dabei, so Bergerfurth weiter, konzentrierte sie sich auf die Anfänge der industrialisierten Textilwirtschaft.

So erfahren Geschichtsinteressierte nun, dass die Wollweberfamilie Metzges 1739 nach Geldern zog und mit zunächst vier Webstühlen 26 Menschen Arbeit in der Wolltuchproduktion an der Hartstraße verschaffte. Gabriele van Krimpen: „Die Entwicklung ist wirklich spannend. Einige Familien, die den Metzges aus dem Bergischen an den Niederrhein folgten, ließen sich in der schon im Mittelalter entstandenen Webergasse nieder. Um 1820 ist dann neben Metzges auch der Buchdrucker Schaffrath nachweisbar. Aufträge für das Militär ermöglichten Metzges die Investition in eine Dampfmaschine, die 1851 durch eine stärkere Version ersetzt wurde." Die sorgsame Auswertung aller Quellen bringt auch interessante Details über die Arbeit der Vulkanfiber-Fabrik Krüger und die Metallwaren-Fabrik Seiler oder auch die Brennerei Weber & Wentzel zu Tage, die 1867 eröffnete.

„Auf jeder unserer Stelen, die Teil der Maßnahmen im Rahmen des ‚Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes' sind, zeigen wir Infotexte und Bilder sowie einen QR-Code. Mit dem gelangt man auf die Homepage der Stadt Geldern und dort zu einer ausführlichen Version des Textes. So kann man sich mit dem Smartphone auch gleich an Ort und Stelle informieren", erklärt Dr. Yvonne Bergerfurth.

Für die Forschungsarbeit und die Veröffentlichung bedankte sich Gelderns Ortsbürgermeister Walter H. Schröder.

Wer auf den Geschmack gekommen ist, darf sich auch auf mehr Informationen zur industrialisierten Textilwirtschaft in Geldern freuen. Gabriele van Krimpen plant eine Buchveröffentlichung in der beliebten Reihe von „MESPILVS", dem Verein zur Förderung des Gelderner Stadtarchivs.