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Stadt Geldern informierte zur Gesamtschule

Meldung vom: 23.06.2017

GELDERN   Mehr als 100 Gäste, darunter auch zahlreiche Vertreter aus Schulgemeinschaften, Lehrerschaft und Politik, waren der Einladung der Stadt Geldern zu einer Infoveranstaltung über die Schulform der Gesamtschule in die Aula im Lise-Meitner-Gymnasium gefolgt. Bürgermeister Sven Kaiser, der selbst durch den Abend führte, wies darauf hin, dass die Stadt Geldern zum aktuellen Zeitpunkt vor allem eine Rückmeldung der Eltern benötigt, wie in den nächsten Jahren die Schullandschaft in Geldern gestaltet werden soll. „Gehen Sie bitte davon aus, dass uns die Meinung der Eltern in dieser Frage sehr wichtig ist“, so Sven Kaiser.

Zur Vorstellung des Schulkonzeptes einer Gesamtschule hatte die Stadt Geldern Experten eingeladen, die auch aus der Praxis berichten konnten. Michael Cuypers und Christoph Feldmann von der Schulleitung der Gesamtschule Kevelaer-Weeze stellten die Möglichkeiten einer Gesamtschule  am Beispiel ihrer Schule vor und erläuterten das Angebot unter anderem mit einem Stundenplan für die fünfte Klasse. Demnach hätten die Kinder an drei Tagen in der Woche nachmittags Unterricht oder Arbeitsgemeinschaften. Die Nachmittage dienstags und freitags dienen der Freizeit. Ein weiterer Aspekt sei die Arbeit im Team. Pflichtstunden aus Fächern wie Deutsch, Mathematik, Englisch, Naturwissenschaft, Darstellen und Gestalten würden durch zahlreiche Arbeitsgemeinschaften abgerundet mit Kooperationspartnern aus Sport und Kultur.

Der größte Teil der Hausaufgaben werde in der Schule unter fachlicher Begleitung geschrieben. Unterschiedliche Lernangebote würden dazu führen, dass ein sprachlich begabtes Kind ebenso einen guten Lernort vorfinden würde wie ein praktisch veranlagtes Kind. Ein individueller Schulabschluss sei jedem Kind möglich, bis hin zum Abitur.

Roland Schiefelbein, Vorstandsmitglied der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule, berichtete im Anschluss von seinen jahrzehntelangen Erfahrungen mit der Schulform Gesamtschule. Seiner Meinung nach sei die Gesamtschule vor allem für Kinder, bei denen es nach der Grundschulzeit nicht eindeutig in Richtung Gymnasium geht, die Schulform mit einem großen Entwicklungs- und Erfolgspotential. Klar wurde am Abend aber auch: Die aktuelle Elternbefragung bedeutet noch keine konkrete Anmeldung, sondern lediglich den Auftrag an Politik, Verwaltung und Schulgemeinde, ein sehr gutes Konzept für eine mögliche Gesamtschule in Geldern zu erarbeiten. Endgültig entschieden werde dann im Februar nach vorliegendem Konzept mit der Anmeldung selbst.

Mattias Otto, Schuldezernent der Bezirksregierung Düsseldorf, berichtete von 50 Gesamtschulen, die in den letzten Jahren an den Start gegangen sind. Dies auch bei sehr guten Anmeldezahlen. Dabei sei es den Akteuren durchaus möglich gewesen, teilweise innerhalb von nur drei Monaten intensiver Arbeit ein pädagogisches Profil der Schule zu erarbeiten. Er begrüßte die Vorgehensweise der Stadt Geldern, mit der die Bezirksregierung sehr gut und vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Ebenso begrüßte er die Elternbefragung.

Kritsch äußerten sich einige Eltern zum ausgegebenen Fragebogen. So sei nicht ersichtlich, ob nur eine Schulform oder auch mehrere angekreuzt werden könnten. Insbesondere für die jüngeren Kinder sei die gewünschte Schulform zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer einzuschätzen. Bürgermeister Sven Kaiser: „Für diese Bedenken habe ich Verständnis. Es ist aber unser Ziel, die Befragung breit aufzustellen. Daher haben wir auch die Eltern der Vorschuldinder sowie die der Klassen eins bis drei einbezogen. Nur selten hat man die Gelegenheit, Einfluss auf das Schulangebot in einer Stadt zu nehmen. Die Meinung der Eltern ist daher für uns wichtig. Hier soll jedoch nur eine gewünschte Schulform angekreuzt werden.“

Auch bei der weiteren Diskussion, die im Schulausschuss und im Stadtrat zu führen ist, werde die Öffentlichkeit informiert, so Sven Kaiser weiter. Dabei verwies er auch auf die städtische Internetseite. Auf www.geldern.dewürden alle Informationen in der Rubrik „Gesellschaft & Bildung“ bei „Geldern ist Schulstadt“ unter „Schulorganisation“ abgelegt.

Sven Kaiser, Christoph Feldmann, Michael Cuypers, Mattias Otto, Roland Schiefelbein und Helmut Holla (von links).