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Bauantrag / Baugenehmigungsverfahren

Wer benötigt ein normales Baugenehmigungsverfahren?

Das normale Baugenehmigungsverfahren wird bei Bauvorhaben angewandt, die besonderen Anforderungen unterliegen. Sie sind in § 68 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 bis 19 aufgezählt. Dazu gehören:

  • baulichen Anlagen und Räumen mit mehr als 1.600 m2 Grundfläche; dies gilt nicht für Gewächshäuser ohne Verkaufsstätten mit einer Grundfläche von bis zu 5.000 m2, die einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb oder einem Betrieb der gartenbaulichen Erzeugung dienen,
  • Verkaufsstätten mit mehr als 700 m2 Verkaufsfläche,
  • Büro- und Verwaltungsgebäude mit mehr als 3000 m2 Geschossfläche,
  • Kirchen und Versammlungsstätten mit Räumen für mehr als 200 Personen,
  • Kindergärten und -horte mit mehr als 2 Gruppen oder mit Aufenthaltsräumen für Kinder außerhalb des Erdgeschosses und Tageseinrichtungen für Menschen mit Behinderungen und alte Menschen,
  • Gaststätten mit mehr als 40 Gastplätzen oder Beherbergungsbetriebe mit mehr als 30 Betten und Vergnügungsstätten,
  • bauliche Anlagen und Räume, deren Nutzung mit Explosionsgefahr oder erhöhter Brand-, Gesundheits- und Verkehrsgefahr verbunden ist,
  • Garagen mit mehr als 1000 m2 Nutzfläche,
  • Zelte (außer Fliegende Bauten).

Im normalen Baugenehmigungsverfahren werden neben der planungsrechtlichen Zulässigkeit alle bauordnungsrechtlichen Belange geprüft.

Neben dem Bauherren muss der Bauantrag i.d.R. auch von einem bauvorlageberechtigten Entwurfsverfasser unterschrieben sein. Welche Unterlagen für Ihr Bauvorhaben erforderlich sind, ist in der sog. Bauprüfverordnung geregelt, Sie können jedoch auch Ihren Sachbearbeiter fragen.

Falls beabsichtigt ist, vor der Erteilung Baugenehmigung mit den Bauarbeiten zu beginnen, können Sie eine Teilbaugenehmigung beantragen.

Eine erteilte Baugenehmigung erlischt, wenn nicht innerhalb von drei Jahren mit dem Bau begonnen wird, der Bau für mehr als ein Jahr unterbrochen ist oder nicht rechtzeitig eine Verlängerung der Baugenehmigung beantragt wird.

Dauer des Verfahrens

Wegen des umfangreichen Prüfprogramms und wegen der notwendigen Beteiligung externer Behörde, muss mit einer Bearbeitungszeit von 3 Monaten gerechnet werden. Diese Frist beginnt erst mit dem Vorliegen der vollständigen Bauantragsunterlagen. Sind Baulasten, Befreiungen oder Abweichungen erforderlich, kann die Bearbeitungsfrist auch deutlich darüber hinaus gehen.

Gebühren

Die Gebühr für die Errichtung eines Gebäudes errechnet sich in der Regel auf der Grundlage des Brutto-Rauminhaltes nach folgender Berechnungsformel:
landeseinheitlicher Rohbauwert in €/m³ x m³ umbauten Raum x 13 v. T.

Die Mindestgebühr beträgt 50,00 €.

Die Gebühren für die Änderung oder Nutzungsänderung von Gebäuden oder für die Errichtung von baulichen Anlagen berechnen sich nach anderen Gebührentatbeständigen. Fragen Sie im Zweifel Ihren Sachbearbeiter.

Sind für das Bauvorhaben Baulasten, Befreiungen, Abweichungen, Prüfung des Standsicherheitsnachweises oder ähnliches erforderlich, werden diese Gebührentatbestände gesondert berechnet.