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Baugenehmigungsverfahren, vereinfacht

Wozu dient das vereinfachte Baugenehmigungsverfahren?

Im vereinfachten Baugenehmigungsverfahren wird nur die Einhaltung der wichtigsten öffentlich-rechtlichen Vorschriften geprüft. Dieses Verfahren wird für alle Gebäude angewandt, soweit sie nicht ausdrücklich in § 68 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 bis 19 BauO NRW aufgeführt sind. Insbesondere Wohngebäude und kleine Sonderbauten sowie deren Nebenanlagen fallen in den Bereich der vereinfachten Baugenehmigung.

Im Vereinfachten Baugenehmigungsverfahren werden neben der planungsrechtlichen Zulässigkeit die gesicherte Erschließung, die Abstandflächen, Kinderspielflächen, die Gestaltung, der Stellplatzbedarf und die Barrierefreiheit geprüft. Bei Sonderbauten wird zusätzlich dazu noch der Brandschutz geprüft.

Neben dem Bauherren muss der Bauantrag i.d.R. auch von einem bauvorlageberechtigten Entwurfsverfasser unterschrieben sein. Ausnahmen gelten jedoch für einfache Bauvorhaben wie z.B. Garagen und Carports bis 100 Nutzfläche, Wintergärten bis 25 Nutzfläche, Balkone und Altane sowie manche Dachgauben.

Wenn Sie beabsichtigen, den Bauantrag selber einzureichen, beachten Sie bitte, dass Ihre Unterlagen ebenso vollständig sein müssen, als hätte sie ein Architekt angefertigt. Welche Unterlagen für Ihr Bauvorhaben erforderlich sind, ist in der sog. Bauprüfverordnung geregelt, Sie können jedoch auch Ihren Sachbearbeiter fragen.

Falls beabsichtigt ist, vor der Erteilung Baugenehmigung mit den Bauarbeiten zu beginnen, können Sie eine Teilbaugenehmigung beantragen.

Eine erteilte Baugenehmigung erlischt, wenn nicht innerhalb von drei Jahren mit dem Bau begonnen wird, der Bau für mehr als ein Jahr unterbrochen ist oder nicht rechtzeitig eine Verlängerung der Baugenehmigung beantragt wird.

Bauantrag vereinfachtes Verfahren

Dauer des Verfahrens

Liegt das Vorhaben im Bereich eines rechtskräftigen Bebauungsplanes und entspricht es diesem oder liegt ein gültiger Vorbescheid vor, liegt die Bearbeitungsfrist bei 6 Wochen. In allen übrigen Fällen beträgt sie 3 Monate. Alle Fristen beginnen erst mit dem Vorliegen der vollständigen Bauantragsunterlagen. Sind Baulasten, Befreiungen oder Abweichungen erforderlich, kann die Bearbeitungsfrist auch deutlich darüber hinaus gehen.

Gebühren

Die Gebühr für die Errichtung eines Gebäudes errechnet sich auf der Grundlage des Brutto-Rauminhaltes nach folgender Berechnungsformel:
landeseinheitlicher Rohbauwert €/m³ x m³ umbauten Raum x 6 v. T. oder 10 v. T. je nach Art des Bauvorhabens

Die Mindestgebühr beträgt 50,00 €.

Die Gebühren für die Änderung oder Nutzungsänderung von Gebäuden oder für die Errichtung von baulichen Anlagen berechnen sich nach anderen Gebührentatbeständigen. Fragen Sie im Zweifel Ihren Sachbearbeiter.

Sind für das Bauvorhaben Baulasten, Befreiungen, Abweichungen, Prüfung des Standsicherheitsnachweises oder des Brandschutzes erforderlich, werden diese Gebührentatbestände gesondert berechnet.