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Grün in der Stadt

Schmetterling auf der WieseUnversiegelte Bereiche und Grünflächen haben eine wichtige Funktion für den Klimaschutz in unserer Stadt. Durch die Milderung von Hitzespitzen im Hochsommer verbessern sie das Stadtklima und ermöglichen einen schnelleren Wasserabfluss bei Starkregenereignissen. Ermöglicht man das Wachsen heimischer und standortgerechter Pflanzen, können sie auch Lebens- und Nahrungsraum für viele heimische Tierarten sein.

Nicht zuletzt verschönern Grünflächen, egal ob es sich um öffentliche Flächen wie z.B. Parks, Pflanzbeete oder Wegränder oder um private Gärten und Vorgärten handelt, unsere Wohngebiete. Die Lebens- und Aufenthaltsqualität wird durch lebendig bepflanzte Flächen deutlich gesteigert.

Wenn Sie einen Garten oder Vorgarten ihr Eigen nennen, dann können auch Sie einen Beitrag zu mehr lebendigen Grünflächen in unserer Stadt leisten. Wie Sie dies bereits mit einfachen Schritten umsetzen können, zeigen unsere Tipps für die naturnahe Gartengestaltung.

Bebauungspläne enthalten häufig auch Festsetzungen für den Garten- und Vorgartenbereich. Daher sollten Sie sich bereits bei der Planung über die Regelungen informieren.

Tipps zur naturnahen GartengestaltungSchild Gartenzeit

In vielen Bereichen unseres Stadtgebietes kann man beobachten, dass die Gärten vor und hinter dem Haus vermehrt naturfern gestaltet sind. In den letzten Jahren haben sterile Rasenflächen und Hecken aus Kirschlorbeer und Lebensbäumen immer mehr zugenommen. Sogar vollständig versiegelte oder mit Steinsplitt belegte Flächen sind keine Seltenheit mehr. So gestaltete Gärten und Vorgärten bieten keinen Lebensraum für viele Tiere und Insekten und sind oft für die Erholung des Menschen nicht zuträglich. Auch heizen mit Schotter belegte oder versiegelte Flächen im Sommer stark auf, verringern die Verdunstung und verschlechtern so das Klima in der Stadt. Bei Starkregenereignissen kann der Niederschlag nicht mehr versickern, sondern muss über den Kanal abgeführt werden, was die Gefahr von Überschwemmungen vergrößert.
Dabei ist der Einzug von ein bisschen mehr Natur im eigenen Garten oder Vorgarten gar nicht so schwierig. Es muss auch nicht gleich der gesamte Garten umgestaltet werden. Auch ein kleinerer naturnah bepflanzter Teil, kann Nahrung und Lebensräume bieten, wenn ein paar wenige, grundlegende Dinge beachtet werden:

  • Bei der Auswahl von Stauden und Gehölzen sollten, Sorten bevorzugt werden, die reich und mit ungefüllten Blühten blühen und im Herbst Früchte tragen (keine sterilen Arten pflanzen). So werden Insekten angelockt und Vögel finden Futter und Nistmöglichkeiten
  • Durch eine geschickte Auswahl der Arten kann ein nahezu ganzjährig blühender Garten geschaffen werden: mit verwilderten Blumenzwiebeln von Schneeglöckchen, Traubenhyazinthen, Narzissen, Tulpen usw. im Frühjahr, mit Blühhecken die von Januar (Zaubernuss, Winterjasmin) bis zur eindrucksvollen Herbstfärbung (Gewöhnlicher Schneeball, Felsenbirne) ein abwechslungsreiches Bild bieten. Bunte Blumen-, Kräuter und Gemüsebeete sind eine Bereicherung für die Augen aber auch für Insekten und Kleinlebewesen von großer Bedeutung.
  • Obstbäume und Beerensträucher bieten nicht nur optische Genüsse, sondern liefern auch leckere Früchte.
  • Sonderstandorte wie ein Teich, Moorbeet oder eine Trockenmauer aber auch Nistkästen für Vögel, Insekten oder Fledermäuse komplettieren einen naturnahen Garten.

Zu diesem Thema finden Sie im Internet und in den Buchhandlungen eine Vielzahl von Veröffentlichungen und Informationen. Daher zeigen wir an dieser Stelle nur eine kleine Auswahl mit interessanten Tipps und Anregungen.

Naturgarten praktisch - Infoblätter zur naturnahen Gestaltung, Nutzung und Pflege von Gärten – Medienangebot der NUA NRW
Blühende Vielfalt im Vorgarten - Muss es denn immer Schotter sein?
Naturgarten anlegen - So blüht's und brummt's im eigenen Garten online Ratgeber des Bayerischen Rundfunks
Wege zum naturnahen Firmengelände, Bundesamt für Naturschutz

Festsetzungen in Bebauungsplänen für den GartenbereichBiene in Blüte

Das Grundstück vor und hinter dem Haus ist wichtig für die Attraktivität des Lebensumfelds der Menschen und für den Klima- und den Artenschutz. Daher gibt es auch zahlreiche verbindliche Vorgaben, die regeln, was auf diesem Stückchen Garten alles erlaubt ist. Wohnt man in dem Geltungsbereich eines Bebauungsplangebiets, von denen es in Geldern ca. 100 verschiedene gibt, lohnt es sich einen Blick in diesen zu werfen.
Hier ein kurzer Überblick über die häufigsten Vorgartenthemen, die in Bebauungsplangebieten geregelt sein können:

Gärtnerische Nutzung des Vorgartens
Vorgärten sind gärtnerisch zu nutzen und sind Teil des Gartens. Daher dürfen sie nicht vollständig gepflastert oder versiegelt werden, sondern müssen begrünte Bereiche aufweisen.
Einfriedungen
Häufig wird festgelegt, ob für die Einzäunung Mauern, Zäune oder Hecken verwendet werden dürfen. Auch die maximale Höhe ist meist vorgegeben. Vielfach wird bei der Festsetzung zwischen Grundstücksgrenzen unterschieden, die an öffentliche Flächen grenzen oder die zwischen Nachbargrundstücken liegen.
Vorgaben zur Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern
In einigen Bebauungsplänen werden auch Festsetzungen zum Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und Hecken getroffen. Dann liegt häufig eine Liste mit heimischen und standortgerechten Pflanzen bei, aus der für die Anpflanzungen ausgewählt werden muss.
Gartenhäuser und andere Nebenanlagen
Bauliche Anlagen wie z.B. Carports dürfen nicht außerhalb der überbaubaren Grundstücksfläche errichtet werden. Ausnahmen sind möglicherweise erlaubt, sofern eine bestimmte Größe nicht überschritten wird.

Wo erhalten Sie weitere Auskünfte?Geldern blüht auf - Blumenwiese
Information im Internet
Im Geoportal Niederrhein können Sie den für Sie relevanten Bebauungsplan finden und die Festsetzungen direkt nachschauen.
Persönliche oder telefonische Beratung
Stadtverwaltung Geldern
Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung,
Frau Sievers (Zimmer 330), Tel.: 02831-398-372 oder
Dienstag von 14- 16:00 Uhr, Mittwoch von 8:30 - 12:30 Uhr