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Stadtentwicklung - Integriertes Stadtentwicklungskonzept

Integriertes Stadtentwicklungskonzept für die Innenstadt von Geldern (ISEK)

Aktuelle Entwicklungen 2020/21

Stelen machen Stadtgeschichte sichtbar

Hof- und Fassadenprogramm

Integriertes Stadtentwicklungskonzept für die Innenstadt von Geldern (ISEK)

Gute Gründe für städtebauliche Entwicklungskonzepte

Die Rahmenbedingungen für die Entwicklungen von Städten und Stadtquartieren sind im Allgemeinen sehr vielschichtig und oftmals schnellen Veränderungszyklen unterworfen. Für die Einleitung positiver Entwicklungen sind deshalb häufig private und öffentliche Initiativen erforderlich. Integrierte Stadtentwicklungskonzepte ermöglichen den Kommunen hierbei einen umfassenden Ansatz, die aktive Planung und Gestaltung der eigenen Zukunft zu steuern. Sie bieten die Chance, räumliche und sektorale Interessen abzuwägen, Aushandlungsprozesse in der Stadtgesellschaft zu moderieren und eine Balance zwischen öffentlichen und privaten Investitionen zu finden.

Sie bilden darüber hinaus eine Grundlage für breite Beteiligungsverfahren und ergänzen die konkrete Bauleitplanung durch eine ganzheitliche Betrachtung multipler Problemsituationen. So können Stadtquartiere und Stadtviertel, die in ihrer Entwicklung ansonsten stagnieren oder einem allgemeinen positiven Entwicklungstrend nicht folgen können, einen Anschub zu einer zukunftsfähigen Erneuerung erhalten.

Neue Impulse für die Innenstadtentwicklung durch städtebauliches Gesamtpaket

Mit dem durch den Rat der Stadt Geldern beschlossenen Integrierten Handlungskonzept (IHK, heute ISEK) wurde am 27.06.2013 eine städtebauliche Gesamtmaßnahme für die Innenstadt mit einem Gesamtvolumen von rund 8.361.260 Euro mit einem zuwendungsfähigen Ausgabenanteil von 7.557.210 Euro beschlossen. (Bericht)

Abbildung: Innenstadt GeldernAbbildung: Innenstadt Geldern

Mit der Aufnahme der Gelderner Innenstadt in das Förderprogramm „Stadtumbau West" durch die Bezirksregierung Düsseldorf wurde das integrierte Stadtentwicklungskonzept ab 2014 schrittweise in Teilmaßnahmen und Programmen umgesetzt (Projektdatenblätter). Vorangegangen war ein 2011 in Auftrag gegebenes Gutachten mit dem Ziel, die planerischen Grundlagen für die Werterhaltung sowie eine städtebauliche, ökonomische, soziale und ökologische Weiterentwicklung der Gelderner Innen­stadt darzustellen. Diese Konzeption entstand in einem intensiven Austausch zwischen Rat und Verwaltung der Stadt Geldern sowie in ständigen Dialogen mit wichtigen Innenstadtakteuren sowie den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt.

Mittlerweile ist ein großer Teil der Maßnahmen abgeschlossen. Das Hauptaugenmerk richtet sich deshalb für die kommenden zwei Jahre auf die Umsetzung der tiefbaulichen Maßnahmen, wie die Fertigstellung der Bahnhofstraße, die Umgestaltung des Kapuzinerplatzes über die Heilig-Geist-Gasse bis zum Markt und die Neugestaltung der Fußgängerzone an der Issumer Straße. Das südöstliche Stadtquartier mit den Straßenzügen Gelderstraße, Breestraße und Kapuzinerstraße mit ihrem südlichen Abschnitt werden folgen. Durch die Neugestaltungen und die privaten Investitionen wird es in diesem Bereich zu deutlichen Stadterneuerungseffekten kommen, die das bestehende Siedlungsgefüge in der Innenstadt weiter aufwerten werden.

Aktuelle Entwicklungen 2020/21

Werkstatt- und Marktgespräche zu den Straßenbaumaßnahmen

Am 31. Januar und 1. Februar 2020 fand ein Workshop zum Thema Bodengestaltung der innerstädtischen Straßenbaumaßnahmen statt. Anlass war ein Überdenken der 2016 beschlossenen Gestaltungsprinzipien insbesondere zur Pflasterung nach Fertigstellung der ersten Abschnitte in der Bahnhofstraße. Die Verwaltung suchte auf dem Wochenmarkt das Gespräch mit den Bürgern und am nachfolgenden Tag folgten Werkstattgespräche in einem innerstädtischen Ladenlokal sowie eine Exkursion. Bürgermeister Sven Kaiser, der erste Beigeordnete Tim van Hees-Clanzett und Mitarbeiter der Verwaltung diskutierten mit Bürgern und Vertretern aus Politik die durch das Büro Kraft.Raum. erarbeiteten und in der voran­gegangenen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses vorgestellten Pläne und Skizzen insbesondere zu den tiefbaulichen Einzelmaßnahmen Kapuzinerplatz und Bahnhofstraße. Anschließend lagen die Musterplatten im Ladenlokal aus und eine Musterfläche mit Verlegungsmustern wurde vor dem Ladenlokal in der Glockengasse verlegt.

Abbildung: Workshop 1. Februar 2020, Foto Planungsbüro Kraft.Raum.Abbildung: Workshop 1. Februar 2020, Foto Planungsbüro Kraft.Raum.

Umbau des Kapuzinerplatzes und der Bahnhofstraße (Abschnitt bis Markt)

Die Bauarbeiten zur Umgestaltung des Kapuzinerplatzes haben im Juni mit der Einrichtung der Baustelle begonnen und werden im Frühjahr 2021 abgeschlossen. Die einheitliche Gestaltung und Pflasterung des Kapuzinerplatzes einschl. der Kapuzinerstraße bis zum Übergang Breestraße und der Heilig-Geist-Gasse mit einem rot-braun nuancierten Klinkerstein im Fischgrätverband betont die künftig verstärkte Fußgängerfrequentierung zwischen Kapuzinertor und Markt. Gleichzeitig wird der Platzbereich als Gesamteinheit im abgestimmten Zusammenspiel mit den Hausfassaden und dem Eingangsbereich des „Checkpoint“ inkl. Rampe neu definiert.

Zentrales Element des Kapuzinerplatzes wird künftig ein Hochbeet um die Tiefgarageneinfahrt sein, welches sich an die unterschiedlichen Höhen anpasst und den Tiefgaragenbereich umschließt. Die Einbringung einer größeren Grünfläche für den Innenstadtbereich wurde in den Werkstattgesprächen und politischen Beratungen besonders positiv bewertet.

Abbildung: Ansicht Kapuzinerplatz, Planungsbüro Kraft.Raum.Abbildung: Ansicht Kapuzinerplatz, Planungsbüro Kraft.Raum.

Für eine gestalterische Optimierung wird die Betoneinfassung der Tiefgarage für das künftige Hochbeet angeglichen. Beet wie Tiefgarage sollen außerdem durch eine Beleuchtung gestalterisch hervorgehoben werden. Bestehende Geländesprünge werden dem Platzniveau angeglichen, Mülleinhausungen und Schaltkästen werden verlegt. Sitzgelegenheiten ergänzen das Hochbeet und laden zum Aufenthalt ein. Darüber hinaus sind Baumstandorte im Bereich Kapuzinerstraße als geschlossene Beete und in der Heilig-Geist-Gasse in offener Beetausführung mit Einfassungen vorgesehen. Nach Abschluss der Arbeiten wird der neue Platz durch seine hochwertige Gestaltung und im Zusammenspiel mit der zeitgleichen Baumaßnahme am Kapuzinertor das Herzstück des künftigen südöstlichen Stadtquartiers bilden und sich positiv auf den südlichen Markt und den gesamten Innenstadtbereich auswirken.

Abbildung: Kapuzinerplatz, Heilig-Geist-Gasse, Kapuzinerstraße, Planungsbüro Kraft.Raum.Abbildung: Kapuzinerplatz, Heilig-Geist-Gasse, Kapuzinerstraße, Planungsbüro Kraft.Raum.

Weitere Informationen sind im Stadtmagazin „Wir in Geldern“ Nr. 3 Ausgabe Juni/Juli 2020 zu finden.

Die Bauarbeiten sind mittlerweile so weit fortgeschritten, dass die Kapuzinerstraße wieder befahrbar ist. Die Umleitung über den Sandsteg wurde aufgehoben. Die Heilig-Geist-Gasse zwischen Gelderstraße und Glockengasse bleibt für Pflasterarbeiten gesperrt. Anlieferverkehre für die Glockengasse erreichen diese wieder wie zur Zeit vor der Baustelle. Weitere Informationen: Link aktueller Bericht

 

Umgestaltung Heilig-Geist-Gasse ISEK

Umgestaltung Kapuzinerplatz ISEK












Abbildung: Bahnhofstraße, Abschnitt Wallstraßen bis Markt, Planungsbüro Kraft.Raum.Neugestaltung der Bahnhofstraße abgeschlossen

Abbildung: Bahnhofstraße, Abschnitt Wallstraßen bis Markt, Planungsbüro Kraft.Raum.

Räumten nach der Schlussabnahme die Sperrschilder auf der Bahnhofstraße zur Seite: Kay Stewering vom gleichnamigen Gelderner Ingenieurbüro, Projektleiterin Jessica Wey vom Gelderner Tiefbauamt und Tiefbauamtsleiter Frank Hackstein (von links).

 

Die Bauarbeiten im letzten Abschnitt von den Wallstraßen bis zum Markt sind beendet.Durch die Neugestaltung aller drei Abschnitte der Bahnhofstraße wird künftig die wichtige Verbindungsachse zwischen Bahnhof und Markt gestärkt und Besucher und Bürger werden durch das ansprechende Straßenbild eingeladen, den Stadtkern anzusteuern. Durch das ansprechende Verlegungsmuster, die gestalterische Abstimmung auf den Gesamtverlauf und die Anpflanzung von acht Ulmen mit Bodenstrahlern verfügt der marktangrenzende Straßenabschnitt nun über eine höhere Aufenthaltsqualität. Zur Zeit sind Testmöblierungen aufgestellt.
Eine Stele zur Stadtgeschichte mit dem Thema "Geldern in der Industrialisierung" ist in diesem Bereich zusätzlich eingeweiht worden.

Noch offene Fragen zur Tiefbaumaßnahme beantwortet Jessica Wey vom Tiefbauamt unter Tel. 02831/398-380 oder per Mail über jessica.wey@geldern.de

Neugestaltung der Fußgängerzone Issumer Straße

Brunnen am Markt, Luftaufnahme

Die Umgestaltung der Issumer Straße nimmt Fahrt auf. In der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am 24.06.2020 wurde ein Gestaltungsplan zum Umbau der Issumer Straße vorgestellt, der Grundlage für die Bürgerbeteiligung im Juli wurde. Das derzeit uneinheitliche Erscheinungsbild mit den verschiedenen Pflasterungen auf kleinem Raum und das in die Jahre gekommene Mobiliar begründeten die Notwendigkeit, wieder an eine zeitgemäße Gestaltung der innerstädtischen Hauptlage anzuschließen.

Nach der Erarbeitung von städtebaulich-gestalterischen Rahmenbedingungen in einem kooperativen Verfahren durch die Fachämter der Stadtverwaltung im November 2019 erstellte ein externes Planungsbüro ab Dezember 2019 eine Bestandsaufnahme. Die grundsätzlichen Zielsetzungen zur Neugestaltung der Fußgängerzone Issumer Straße wurden im bisherigen Planungsprozess wie folgt zusammengefasst:

  • Stärkung der zentralen innerstädtischen Wegeverbindung in der Achse Bahnhofstraße/Issumer Straße.
  • Anbindung an den Markt und Definition des Überganges zur unteren Issumer Straße.
  • Beachtung der Anlieferungsmöglichkeiten und Beibehaltung des Zeitfensters zum Befahren durch den Radverkehr.
  • Kopplung von Funktionen durch raumsparende Mehrfachnutzungen (Einkaufen und Verweilen in räumlicher Nähe).
  • Berücksichtigung einer auf den Planungsraum abgestimmten Begrünung.
  • Ermöglichung zukünftiger Veränderungen durch flexible mobile Möblierungen.
  • Schaffung eines ruhigen, aber abwechslungsreichen Straßenbildes.
  • Berücksichtigung der historischen Fassaden im Hinblick auf ihre identitätsstiftende Wirkung und Einbeziehen in eine abgestimmte Beleuchtung.

Das Entwicklungskonzept des Planungsbüros Kraft.Raum. (Krefeld) zur Gelderner Innenstadt und die darin enthaltenen Gestaltungspläne zu den Umbaumaßnahmen Kapuziner Platz/Heilig-Geist-Gasse/Kapuzinerstraße (Sandsteg bis Breestraße) und Bahnhofstraße Abschnitt Wallstraßen bis Markt (Abbildungen oben), bilden u.a. durch die Wahl des Klinkerpflasters und der Verlegung im Fischgrätverband den übergeordneten gestalterischen Rahmen für eine innerstädtisch integrierte Neugestaltung der Fußgängerzone im Sinne eines aufeinander abgestimmten Erscheinungsbildes.

Von diesen Grundlagen ausgehend wurden erste Planungsansätze und ein Vorentwurf erstellt, die in den vorliegenden Gestaltungsplan mündeten.

Abbildung: Gestaltungsplan Issumer Straße, Planungsbüro Kraft.Raum.Abbildung: Gestaltungsplan Issumer Straße, Planungsbüro Kraft.Raum.

 

 

 

 

Abbildungen: Beispiele Möblierungen, Planungsbüro Kraft.Raum.Abbildungen: Beispiele Möblierungen, Planungsbüro Kraft.Raum.Abbildungen: Beispiele Möblierungen, Planungsbüro Kraft.Raum.Abbildungen: Beispiele Möblierungen, Planungsbüro

 

Der Grundgedanke des Entwurfes liegt in der Konzeption von Sitz,- Beet- und Begrünungskombinationen multifunktionalen Einheiten, die am Anfang der Fußgängerzone die Eintrittssituation betonen und am Ende eine vermittelnde Funktion im Übergang zum Markt einnehmen. Im vorliegenden Gestaltungsplan reihen sich demzufolge vier Gruppen aus kombinierten Sitz-, Beet- und Kübelmöblierungen in unterschiedler Gewichtung und Aufenthaltsfunktion im nordwestlichen Straßenverlauf an eine Mittelrinne, die ihren Ursprung in der Achse des Brunnens hat. Südöstlich der Rinne schließt sich unterbrochen von einem Gaststättenbereich eine Durchfahrtmöglichkeit für die Anlieferung und den zeitweiligen Radverkehr an, gefolgt von einem Übergangsbereich vor den südöstlichen Fassaden. Entlang der Rinne sind zwischen den Möblierungen Gruppen von Fahrradabstellbügeln vorgesehen. Diese ersetzen die privaten Angebote, um künftig eine qualitativ hochwertige, einheitliche Gestaltung im Straßenraum zu gewährleisten. Durch kleine Gestaltungsmaßnahmen im gastronomischen Außenbereich und in den Eingangsbereichen der Häuser sollen Akzente zur Begrünung gesetzt werden. Eine erhöhte Aufenthaltsqualität soll durch eine ansprechende Beleuchtungskonzeption erzielt werden.

Vom 20.07.2020 bis 03.08.2020 konnten Bürger Anregungen und Bedenken zum Gestaltungsplan an das Amt für Stadtplanung- und Stadtentwicklung richten. Vorangegangen waren verschiedene analoge und digitale Beteiligungs- und Mitwirkungsaufrufe und direkte Gespräche mit den Gewerbetreibenden. In 23 Beiträgen haben sich 33 Gelderner Bürger und Auswärtige, politisch Aktive, Anwohner, Anwohnerinnen und Gewerbetreibende der Issumer Straße, Vertreter von Vereinen und Verbänden mit Beiträgen zu verschiedenen Themenbereichen für die Neugestaltung der Fußgängerzone eingebracht.

Nach der Beratung und dem Beschluss des Bau- und Planungsausschusses über die Ergebnisse der Bürgermitwirkung in der Sitzung am 8. September 2020 wurde auf dieser Grundlage eine Entwurfsplanung zur Antragstellung bei der Förderbehörde erstellt und Ende September beantragt. In der Sitzung des Bau- und Planungsausschuss am 8. Oktober stellte das Büro Kraft.Raum. zu den weiter beratungsbedürftigen Themenfeldern einen Überarbeitungsvorschlag des Gestaltungsplanes als weitere Anregung vor.

Abbildung Lageplan Issumer Straße, Planungsbüro Kraft.Raum.Abbildung Lageplan Issumer Straße, Planungsbüro Kraft.Raum.

 

 

 

 

 

 

Abbildungen: Beispiele Möblierungen, Planungsbüro Kraft.Raum.

 

 

Ausgehend von einer Reduzierung des Mobiliars werden statt mobiler Einheiten vier offene Baumbeete - im Bereich Markt mit angeschlossener „Surfinsel“ als Aufenthalts- und Spielangebot -  vorgeschlagen. Großformatige Stahlbänke mit Holzauflagen und punktuellen Rückenlehnen ggf. auch mit Armlehnen in verschiedenen Ausrichtungen sollen für ansprechende Sitzgelegenheiten sorgen. Einheitliche schlichte Pflanzkübel ergänzen das Angebot in Absprache mit den Gastronomiebetrieben. Alle Bepflanzungen sollen insektenfreundlich erfolgen. Schlichte Fahrradständer in Form von Flachstahlbögen, Stahlabfallbehälter und eine ebensolche Beleuchtung sind auf die anderen Gestaltungselemente abgestimmt und ergänzen diese. Das Blindenleitsystem wird in die mittig verlaufende Kastenrinne integriert.

Für den Übergangsbereich des Brunnens am Markt wird eine großformatige skulpturale Rundbank in Segmenten vorgeschlagen, die Aufenthaltsmöglichkeiten bietet, eine ordnende Geste bezüglich des Straßenraums formuliert und Offenheit sowie Urbanität gewährleistet. Die Gestaltung der Bank erfolgt analog zu den Bänken der Fußgängerzone, mit Holzauflage und punktuellen Rückenlehnen sowie Armlehnen.

Beteiligungsgespräche zum Umbau der Fußgängerzone

Am 23.06.2021 fand ein digitaler Beteiligungs- und Informationsaustausch mit Eigentümern und Eigentümerinnen, Geschäftsleuten, politischen Vertretern, dem Werbering sowie dem Ortsbürgermeister statt. Die Stadt Geldern hatte zu einem Austausch bezüglich der angepassten Bauzeiten und Pläne eingeladen. Aufgrund der derzeitig schwierigen Situation durch die Corona-Pandemie und einiger Rückmeldungen aus dem Kreis der Eigentümer und Geschäftsleute, die eine Durchführung der Umgestaltung in diesem Jahr als nicht geraten erscheinen ließen, hat die Stadt Geldern nach internen Beratungen und politischen Abstimmungen die Umsetzung der Baumaßnahme auf das nächste Jahr verschoben. Auf der Grundlage der vorliegenden Planung des Büros Kraft.Raum vom 8. Oktober 2020 wurden zwei Varianten vorgestellt:

Variante 1: Ausschreibung als Gesamtmaßnahme ohne Baupausen von Februar 2022 bis Anfang 2023

Variante 2: Aufteilung in Bauabschnitte mit Baupause, Bau in verschiedenen Jahren
Bauzeit ca. 6 Monate je Bauabschnitt, Baubeginn 1. Abschnitt: Februar bis Juli 2022
Baubeginn 2. Abschnitt: Februar bis Juli 2023
Die Präsentation finden Sie hier.

In der anschließenden Diskussionsrunde haben sich die Teilnehmer mehrheitlich für die Variante 2 ausgesprochen. Der marktabgewandte Abschnitt wird zuerst umgebaut werden.

Eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse ist im Folgenden zu finden.

Planung:
Im Lageplan des Planungsbüro Kraft.Raum sind Standorte für offene Baumbeete (statt flexiblen Pflanzkübeln, die keine größeren Bäume ermöglichen), Sitzgelegenheiten, Mülleimer etc. eingeplant. Mind. 3,50 m bleiben als Durchfahrbreite frei, auch für Rettungsfahrzeuge oder ggf. Karnevalswagen. Es werden keine Bodenplatten für eine Bemalung im Rahmen des Straßenmalerwettbewerbs vorgesehen; die Flächen können jedoch für eine „Bespielung“ der Issumer Straße genutzt werden, z.B. über mobile Lösungen oder ergänzende Aktionen. Die gestalterische Anbindung an die Glockengasse wird noch genauer betrachtet und der Fußgängerübergang in die Glockengasse einbezogen.

Baustellenmanagement:
Die beidseitige Erreichbarkeit der Geschäfte ist gesichert. Es werden mobile Fahrradabstellplätze an den Ein- und Ausgängen zur Verfügung gestellt. Kosten für die Erneuerung der Hausanschlüsse sind durch die Eigentümer zu tragen. Der aktuelle Zustand wird gerade überprüft. Einzelgespräche werden vom Tiefbauamt angeboten, ebenso wie individuelle vor Ort Besichtigung, um Verfahren und Aufwand abzuschätzen. Erfordernisse und Möglichkeiten für das WinterLicht sind berücksichtigt, z.B. durch Steckdosen in den neuen Lichtstelen. Schaltschränke bleiben an den aktuellen Standorten erhalten. Sondernutzungen sind auch in Zukunft möglich, Anträge sind über das Ordnungsamt zu stellen.

Hof- und Fassadenprogramm:
Eine Verlängerung des Hof- und Fassadenprogramms ist beantragt. Bauliche Qualitäten des Bodenbelages sollen Anreize für geförderte private Investitionen setzen. Weitere Infos werden über die Presse erfolgen.

Wie geht es weiter?

Die Rückmeldungen zur Veranstaltung und die Präferenz für die Aufteilung der Arbeiten in zwei Bauabschnitte werden im September im Bau- und Planungsausschuss (BPA) der Politik vorgestellt. Die Anlieger erhalten Updates zu den weiteren Schritten.

Die Stadt Geldern wird den Planungs- und Bauprozess durch Aktionen, Informationen und Veranstaltungen auch in Zukunft begleiten und ist sich der Erschwernisse für die Anlieger während der Bauarbeiten bewusst. Bei Schwierigkeiten, Fragen und Anliegen bitten wir deshalb darum, frühzeitig Kontakt zum Baustellenmanagement aufzunehmen.

Kontakt technische / bauliche Fragen:
Jessica Wey, Tiefbau
Tel.: 02831 398-380

Anliegen von Unternehmen und Eigentümern:
Janette Heesen, Citymanagerin
Tel.: 02831 1348233

Stelen machen Stadtgeschichte sichtbar

Stele am Nordwall "Jüdisches Leben in der Stadt"; Hier finden Sie ein Beispiel für die Stelen. (Link Rheinische Post vom 19.11.2019)

Die Informationsstelen stellen einen Baustein bei der Inszenierung des Historischen Erbes dar. Mit ihnen wird das Ziel verfolgt, auf die zwölf historisch wichtigsten Standorte der Gelderner Innenstadt aufmerksam zu machen. Gleichzeitig dienen sie der Information, da jede Stele zum historischen Sachverhalt einen kurzen Text, Abbildungen sowie einen QR-Code, über den man auf die Website der Stadt Geldern gelangt, erhält. Auf der Website wird der historische Sachverhalt ausführlich in Deutsch, Englisch und Niederländisch erläutert. Für die Gestaltung der Informationsstelen wurde ein schlichtes und zeitloses Design aus einer Kombination von Cortenstahl und einer Glasplatte gewählt, damit sich die Informationsstelen in die vorhandene Außenmöblierung integrieren.

Abbildung 1: Stele am Nordwall "Jüdisches Leben in der Stadt"; Quelle: Plümer, Rheinische Post, 09.11.2019

Am 8. November 2019 wurde die Stele Nr. 12 "Jüdisches Leben in der Stadt" anlässlich des Jahrestages der Reichsprogromnacht aufgestellt. Anschließend folgten zeitnah zwei weitere Stelen am kleinen und großen Markt. Alle weiteren Stelen sind an Umbaumaßnahmen der jeweiligen Straßen geknüpft, sodass sie mit Fertigstellung der Straßen den historischen Rundweg ergänzen.

Hof- und Fassadenprogramm

Dachbeleuchtung der Heilig Geist Kirche wurde durch ISEK Programm gefördert

Abbildung: Dachbeleuchtung Heilig Geist Kirche (Vordergrund)Abbildung: Dachbeleuchtung Heilig-Geist-Kirche (Vordergrund)

Im Rahmen des Hof- und Fassadenprogrammes konnte die Stadt Geldern die Dachdecker- und Elektroarbeiten zur Anbringung von vier Eckstrahlern mit einem Anteil von 50% fördern. (Link zum Pressebericht RP 20.4.2020) Das Programm ist ein Bestandteil des ISEK. Damit fördert die Stadt Geldern mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bundes Maßnahmen von Grundstückseigentümern, die eine Verbesserung der Gestaltung der Fassaden und Hofflächen in der Innenstadt zum Ziel haben. Mit stadtbildprägenden Gestaltungsmaßnahmen innerhalb des gewachsenen Stadtkerns wird die Schaffung und Pflege eines identitätsstiftenden Erscheinungsbildes seit einigen Jahren im Zuge von vielfältigen Maßnahmen auf der Issumer Straße, am Markt, am Westwall oder auf der Kapuzinerstraße gefördert. Das Spektrum der durchgeführten Arbeiten reicht von Ganz- oder Teilfassadensanierungen, Fenstererneuerungen, Rekonstruktionen von Zierelementen bis zu großen Maßnahmen mit Fassaden-, Dach- und Hofsanierungen. Die Beleuchtung der Heilig-Geist-Kirche mit seinem einprägsamen Glockenturm auf dem Pyramidendach ist innerhalb der Maßnahmen von besonderer Bedeutung, da es sich hier um ein stadtbildprägendes und historisch bedeutsames Gebäude handelt.

Fassadenaufwertung Westwall 26

Abbildung: Fassadenaufwertung Westwall 26

Das Programm ist Ende 2020 vorerst ausgelaufen. Ein Antrag auf Verlängerung wurde im September 2020 bei der Förderbehörde eingereicht. Ein Bescheid ist voraussichtlich ab Mai 2021 zu erwarten. Eine Beratung für Vorhaben findet weiterhin statt. Durch Janette Heesen vom Citymanagement können Interessenten erste Informationen zur Förderung erhalten. Sie stellt auch gerne den Kontakt zum Amt für Stadtplanung und Stadtentwicklung für eine Antragstellung her. Janette Heesen ist unter der Telefonnummer: 0172393-4766 und per E-Mail: janette.heesen@geldern.de zu erreichen.

Weitere Infos zum gesamten ISEK hält Anja Sommer vom Amt für Stadtplanung und Stadtentwicklung bereit. Sie ist unter Telefonnummer: 02831/398-330 oder über E-Mail anja.sommer@geldern.de erreichbar.